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Wechseloperationen

Als Referenzzentrum für Endoprothetik sehen wir Wechseloperationen als einen Schwerpunkt unseres Hauses an.

Bei einer Gelenk-Endopothese kann heute von einer mittleren Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren ausgegangen werden. Danach kann eine Revision erforderlich sein. Dabei wird das künstliche Hüft- oder Kniegelenk ganz oder teilweise durch ein neues künstliches Gelenk ersetzt. Die Revisionsimplantate können auch in schwierigsten Fällen eine stabile Verankerung des neuen Implantats sichern.

Meist ist es weniger die Haltbarkeit der Prothese selbst, sondern mehr die nicht dauerhafte Verankerung im Knochen, wodurch die Standdauer einer Prothese eingeschränkt ist. Ein weiterer Grund kann auch ein Infekt sein.

Wechseloperationen gewinnen in der Baumann-Klinik Orthopädie immer mehr an Bedeutung und erreichen einen Operationsanteil von etwa 15 %.

  • Ursachen der Prothesen-Lockerung

    Bei entsprechender Belastung des Hüft- oder Kniegelenks kann es einige Jahre nach der Implantation eines künstlichen Gelenkes zum Verschleiß und zur Lockerung der Endoprothese kommen. Die täglichen Bewegungen zwischen Gelenkkugel und Pfanne an der Hüfte bzw. zwischen Unterschenkelteil zu Oberschenkelteil einer Knie-Endoprothese führen zum Verschleiß der Kunststoff- oder Keramikanteile. Diese Verschleißpartikel gelangen in die Grenzzone zwischen Prothese und Knochen bzw. Knochen und Knochenzement. Die Folge: das Implantat ist nicht mehr dauerhaft im Knochen verankert und lockert sich aus.

    Des Weiteren ist zu beachten, dass sich die Knochenstruktur im Laufe zunehmenden Alters verändert, so dass die Prothesenschäfte einsinken. Unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung wird dies auch zukünftig eine immer bedeutendere Rolle spielen.

    Weitere Gründe, die zu einer Lockerung der Prothese führen können sind Übergewicht, Osteoperose oder Unfälle.

  • Erkennen der Prothesen-Lockerung

    In den meisten Fällen treten nach zunächst reibungsloser Funktion von Hüft- und Knie-Endoprothesen Schmerzen auf. Diese erscheinen meist langsam, sollten jedoch ernst genommen werden. Lassen Sie bitte eine Röntgenuntersuchung durchführen. Hierbei ist es uns möglich, Lockerungszonen und Gebiete von aufgelöstem Knochen um die Endoprothese herum zu erkennen. Werden Lockerungen rechtzeitig erkannt, muss gegebenenfalls auch nur ein Teil der Endoprothese gewechselt werden.

    Teilweise kann jedoch eine schmerzfreie Funktion des künstlichen Hüft- oder Kniegelenks vorliegen, im Röntgenbild sind jedoch schon deutliche Veränderungen erkennbar, die letztlich zum Ausbrechen der Prothese oder Brechen des Knochens führen können. Wir empfehlen Ihnen daher, mit zunehmender Lebensdauer der Endoprothese regelmäßig eine Röntgenkontrolle durchführen zu lassen, z.B. einmal jährlich.

  • Ablauf der Wechseloperation

    Die Wechsel-Endoprothetik erfordert große Erfahrung und setzt ein umfangreiches Vorhalten an verschiedenen Endoprothesentypen voraus, um gegebenenfalls auf während der Operation auftretende Komplikationen reagieren zu können. Wechseloperationen sollten daher nur in darauf spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

    Jeder Wechsel eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks erfordert ein individuelles Vorgehen bei der Operation. Wir verwenden im Hüftbereich verschiedene Schäfte, die z. T. modular aufgebaut und den individuellen Gegebenheiten angepasst werden können. Die Defektzonen und gebrochenen Anteile werden mit langen Spezialschäften überbrückt. Auch im Bereich der Hüftpfanne müssen die oft großen Defekte teilweise mit Knochen oder mit Stützschalen sowie Spezialimplantaten wieder aufgebaut werden.

    Im Bereich der Knie-Endoprothetik sind Wechsel ebenfalls anspruchsvoll und setzen eine Bevorratung von verschiedenen Prothesenmodellen voraus, um Knochendefekte wieder aufzubauen oder verlorene Bandhaltefunktionen zu ersetzen.

    Die Risiken bei einer Wechseloperation sind in der Regel höher als bei der Erstimplantation des künstlichen Gelenks. Dies betrifft sowohl die Infektionsrate als auch mechanische Komplikationen sowie den Blutverlust während der Operation. Da eine Wechseloperation darüber hinaus anspruchsvoller ist, dauert der Eingriff meist länger als bei der Erstimplantation. Unser erfahrenes Team aus Anästhesisten und Intensivmedizinern überwacht Sie während und auch nach der Operation.

  • Nachbehandlung

    Der Ablauf bei der Nachbehandlung einer Wechseloperation am Knie oder an der Hüfte ist ähnlich dem der Erstoperation. Allerdings müssen Sie mit einer längeren Nachbehandlungsphase rechnen. Bei größeren Defekten im Bereich der Hüftpfanne oder im Bereich des Schaftes werden zementfreie Implantate verwendet, die zunächst nicht belastet werden können. Hier muss über Monate der Knochen wieder nachwachsen, der durch Zement oder Abriebpartikel zuvor zerstört worden war. Daneben gibt es aber auch einfachere Wechseloperationen, bei denen der Patient nach kurzer Zeit wieder voll belasten kann und schnell wieder mobil wird.

    In den meisten Fällen wird eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme zur weiteren Mobilisierung und Stabilisierung notwendig sein. Unser Sozialdienst wird sich um das Antragsverfahren kümmern und mit Ihnen gemeinsam eine geeignete Rehabiliationseinrichtung aussuchen. In welchem Umfang das Gelenk bewegt und belastet werden darf, wird durch Ihren Operateur festgelegt. Bei der Entlassung erhalten Sie hierzu einen detaillierten Bericht.

    Eine weitere ambulante Nachbehandlung ist auch in unserem Zentrum für Physiotherapie möglich.

FOCUS zeichnet Chefarzt Prof. Dr. Parsch als Top-Mediziner aus
Der Mediziner wurde erneut in der FOCUS Ärzteliste 2011 als Spezialist für Hüft- und Knieerkrankungen ausgezeichnet.