Leber-, Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie (Hepatobiliäre- und Pankreaschirurgie)
Ein bedeutender Schwerpunkt des chirurgischen Behandlungsspektrums der Klinik bildet die Leber-, Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie.
Die Behandlung von Gallenblasenentzündungen und Gallenblasensteinen erfolgt minimal-invasiv („Schlüssellochchirurgie“). Angeboten wird auch das sogenannte „NOTES“-Verfahren, mit dem die Gallenblase mit endoskopischer Operation durch natürliche Körperöffnungen entfernt wird.
Bösartige Tumoren der Leber- (Hepatozelluläres- und Cholangiokarzinom) und der Gallenwege (Klatskin Tumoren) sowie Metastasen (Tochtergeschwülste) der Leber galten in der Vergangenheit als schwer heilbar. Sehr häufig entstehen Lebermetastasen als Folge eines Dickdarmkrebses, oft erst Jahre nach erfolgreicher Dickdarmkrebs-Operation. Dank neuer Operationstechniken und größerem Wissen über den Aufbau der Leber können wir heute Tumorerkrankungen an diesem lebenswichtigen Organ mit Aussicht auf Heilung erfolgreich therapieren. Nach umfassender Diagnostik werden die bestmöglichen Therapieverfahren individuell aufeinander abgestimmt.
Die Leber wächst über sich hinaus
Unser Therapiespektrum derartiger bösartiger Tumoren umfasst alle Verfahren der modernen Leberchirurgie von der Leberkeilentfernung bis sogenannte erweiterte Leberresektionen. Inzwischen lassen sich nicht nur kleine Teile der Leber, sondern bis zu 75 Prozent des Organs erfolgreich entfernen. Wir sind bei der Leber in der glücklichen Situation, dass das Organ nachwächst, wenn nur ein kleiner Teil der Leber erhalten werden kann. Wenige Wochen nach der Operation haben die Patienten wieder eine Leber in ihrer notwendigen Größe mit einer völlig normalen Funktion.
Können Tumore oder Metastasen aufgrund ihrer Größe und Anzahl nicht vollständig mit einer Operation entfernt werden, kommen Maßnahmen wie die die sogenannte 2-zeitige Resektion (wiederholte Leberresektion nach einem Intervall der Erholung), die Radiofrequenzablation (RFA; lokale Thermo-Tumordestruktion) bzw. die Chemoembolisation (lokale Chemo-Tumordestruktion) in Betracht. Insbesondere durch die präoperative Kombination unterschiedlicher Behandlungsverfahren, wie z.B. mit einer Chemotherapie können wir zunehmend mehr Patienten, bei denen eine Operation aufgrund der Größe, der Anzahl oder der Tumorlokalisation primär nicht möglich erscheint, in eine operable Situation überführen und damit Heilung bewirken.
Zertifiziertes Leber-Galle-Zentrum (LGZ)
Alle Verfahren erfordern eine umfassende Abstimmung der an der Therapie beteiligten Behandlungspartner, wie die gastroenterologische Abteilung, diagnostische und interventionelle Radiologie, Onkologie und Anästhesieabteilung.
Zur Bündelung der Behandlungskompetenz insbesondere bei bösartigen Leber-, Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsetumoren haben wir am Karl-Olga-Krankenhaus ein Leber-Galle-Zentrum (LGZ) errichtet. Im LGZ beraten und behandeln Spezialisten kompetent von der Vorsorge über die Diagnostik, Therapie bis hin zur Nachsorge nach einem operativen Eingriff.
Weitere Informationen zum Leber-Galle-Zentrum finden Sie hier.
Die medizintechnische Ausstattung befindet sich auf dem aktuellsten Stand - Leberresektionen erfolgen z.B. unter Einsatz von intraoperativem Ultraschall und des CUSA-Gerätes (Gerät zur ultraschallgestützten Gewebsdurchtrennung).
Zur nachweislichen Qualität unserer Behandlung ist das Leber-Galle-Zentrum (LGZ) erfolgreich zertifiziert. Dank der chirurgischen Expertise und dem Einsatz modernster chirurgischer Technologie stellt z. B. die Notwendigkeit von Blutübertragungen während und nach Leberoperationen eine Rarität dar. Diagnostik- und Therapieverfahren werden kontinuierlich aktualisiert und neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung in der Behandlung von Leber-, Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsen-erkrankungen angepasst.




